CMI Maristenbrüder

Erster Bericht von Sarah aus Kolumbien
Institución Educativa Champagnat

Erster Bericht von Sarah aus Kolumbien

Am 19. August begann meine Reise für ein Volontariat nach Kolumbien. Meine Erwartung war etwas Neues zu sehen, zu leben, in eine andere Realität eintauchen zu können. Diese Erwartung hat sich erfüllt, da die Kultur und das Leben der Leute doch sehr anders als in Westeuropa ist.

Villavicencio
Villavicencio ist die Hauptstadt der Region Meta und ist ca. drei Stunden von Bogotá entfernt. Das Klima in dieser Gegend ist tropisch – humid, d.h. im Vergleich zu Europa ist es in Villavicencio immer Sommer mit hohen Temperaturen.
Ich lebe in Villavicencio im Viertel Porfía in der Kommunität der Maristenbrüder mit drei Brüdern und einem Aspiranten zusammen. Porfía ist ein sehr großes, stark bewohntes Viertel mit unterschiedlichen Sektoren. Das Viertel ist durch Handel stark geprägt. Die Leute sind vor allem abends auf den Straßen unterwegs.

Arbeit
Meine Arbeit setzt sich aus Arbeiten in der Schule „Pinares de Oriente de Champagnat“, im Viertel Porfía, in der Maristen – Kommunität und auf dem Land zusammen.Die Schule wird „Mega-colegio“ genannt, weil dort fast 1500 Schüler zur Schule gehen. Es ist eine sehr große Schule mit vielen künstlerischen Elementen in der Gestaltung.

 

Die Klassenzimmer entsprechen kleinen Häuschen mit Garten. In einem Klassenzimmer studieren 40 Schüler und es gibt die Jahrgangsstufen 1 bis 11, inklusive „Vorschule“ mit Kindern ab 5 Jahren. Ich bin normalerweise vormittags in der Begleitung des Englischunterrichts aktiv. Die erste Phase hier hatte ich einen festen Stundenplan für diese Aktivität, ich hab ihn jedoch jetzt zu einem flexiblen Stundenplan gewechselt, um effektiver im Unterricht teilnehmen zu können und den Lehrern mehr Freiheiten zu bieten mir zu sagen, wann sie jemanden zur Unterstützung gebrauchen können. Im Englischunterricht ist meine Hauptaufgabe in Dialog mit den Schülern zu treten, sie zu motivieren Englisch zu sprechen und ihnen zu helfen, die Angst vor dem Sprechen zu verringern. Ebenfalls vormittags bin ich in der Vorschule, dort spiele ich ein paar Spiele mit den Kindern, bringe ihnen ein paar Wörter auf Englisch bei und erzähle ihnen zum Beispiel etwas über Europa.

Nachmittags versuche ich zurzeit einen Englischclub für Schüler aufzubauen und mit dem Fachbetreuer – Englisch biete ich einen Englischclub für Lehrer an. In meinem ersten Monat hab ich zusätzlich an

einem Salsa-Tanzkurs für Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 teilgenommen, wir haben eine Choreografie eingeübt, um sie bei einem Tanzfestival der Schule aufführen zu können.

In der Schule arbeite ich nun zudem im Observatorio, das ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche zur Teilnahme in sozialer Hinsicht. Sie werden sensibilisiert aufmerksam zu sein und zu beobachten, wie ihre Rechte, also die der Kinder und Jugendlichen, umgesetzt werden. In diesem Projekt habe ich den ersten Teil meiner Präsentation über Kinderrechte bereits gehalten.

Im Viertel besuche ich mit Tiberio, einem der drei Brüder, Familien (Hausbesuche), die einen Imbiss für ihre Kinder für deren Pause empfangen oder empfangen haben. Ich habe in dieser Hinsicht auch schon einmal geholfen Kinder zu suchen, die ein kostenloses Mittagessen benötigen können bzw. brauchen. Dieses soziale Angebot geht sowohl von der Schule als auch von der Regierung aus, doch da die Anzahl begrenzt ist, reicht dieses Angebot noch lange nicht für alle Kinder und Jugendlichen, die es benötigen würden.
Eine weitere Aktivität ist eine Versammlung von Kindern jeden Samstagnachmittag in der Schule, das Projekt heißt „entornos protectores“. Die Kinder sammeln Tiberio und ich in einem Sektor von Porfía ein und in der Schule unternehmen wir mit ihnen Spiele, Gespräche mit einer Psychologin, etc., die Idee dahinter ist Spaß und gleichzeitig eine Vermittlung und Entwicklung von Feinfertigkeit, Werten, Sensibilität.
In der Kommunität treffen sich jeden Abend Kinder zum Spielen, das Haus hat immer eine offene Tür für Kinder, und freitags haben wir eine Versammlung der Kinder mit Programm. Das Programm besteht aus Spielen und einer erzieherischen und bildenden Nachricht für die Kinder wie zum Beispiel der Umgang miteinander, mit Tieren, Aufmerksamkeit, Respekt, Frieden.
Die Idee mit meiner Arbeit auf dem Land ist eine Psychologin, die ich kennengelernt habe, zwei bis drei Mal im Monat in ihrer Arbeit in Kommunen in der Nähe von Villavicencio zu begleiten und zu unterstützen. Sie arbeitet sowohl in Schulen in den jeweiligen Bezirken als auch in bestimmten Vierteln. Das Projekt heißt „fortalecimiento de entornos protectores para niños, niñas y adolescentes en el goce efectivo de sus derechos“, es wird von „die Sternsinger“ unterstützt. Ich steige nun mit in eine Phase ein, bei der ich Hausbesuche begleiten darf. In dem Projekt geht es allgemein um den Schutz der Kindern und die Verbesserung ihrer Umstände. Ich war bei den ersten zwei Malen noch in der ersten Phase, also in der Arbeit mit den Kindern, dabei und die Kinder haben in einer Aufgabe ihren Traum in der Zukunft aufgezeichnet und danach an einem Baum befestigt. Beim letzten Mal als ich dabei war, hab ich den Jugendlichen von Jugendlichen in Deutschland berichtet, um ihnen Unterschiede und Ähnlichkeiten nahe zu bringen.

Freizeit, Ausflüge, Reisen
Meine erste Woche in Kolumbien habe ich in der Kommunität in Bogotá verbracht. Dort habe ich ein paar Brüder, eine andere Volontärin aus Ecuador und Sehenswürdigkeiten von Bogotá kennengelernt. Nach dieser Woche bin ich nach Villavicencio weiter gereist.
Im September waren weitere Ereignisse, wie der Papstbesuch in Kolumbien. Der Papst war auch in Villavicencio, weshalb ich Schüler und Lehrer begleitet habe, um den Papst zu sehen. Des Weiteren fand das Generalkapitel der Maristen in der Nähe von Medellin statt. Dort war ich ebenfalls ein Wochenende mit ein paar Lehrern, einem der Brüder und der Joropo-Gruppe unserer Schule, die dort einen Auftritt hatte. Joropo ist der typische Tanz in dieser Region (llano). Beim Generalkapitel hab ich einige bekannte Gesichter wiedergetroffen, sowohl aus Kolumbien als auch aus Europa.

Ende September fand ein großes Event in der Schule statt, ein Tanzfestival von zwei Tagen. Bei dieser Veranstaltung wurden neben Tänzen aus ganz Kolumbien auch Stationen aufgebaut, die über die Kultur des llano berichteten. Es kamen Schülergruppen aus anderen Teilen Kolumbiens, um einen Tanz zu präsentieren. Ich habe an der Präsentation der Salsachoreographie teilgenommen.
Ein weiteres großes Event war meine Reise mit der Volontärin aus Ecuador in die eje cafetero in den Ferien im Oktober. Wir hatten eine Woche Zeit andere Kommunitäten, wunderschöne Landschaften, Maristenschulen und Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Diese Veranstaltungen und Reisen waren die großen Events in den letzten Wochen, doch es gab auch viele, viele kleine Highlights. So bin ich zum Beispiel mit Freunden einen Weg gelaufen, der „vereda del Carmen“ heißt. Dieser Weg führt durch einen Teil der unglaublich artenreichen Natur des llano mit frischer, klarer Luft und Stille. Ein anderes Mal war ich mit Kindern aus der Freitagabend Versamm-lung und Tiberio beim Schwimmen oder hatte ich die Möglichkeit etwas zu kochen oder zu backen und somit ein bisschen etwas von der deutschen/ westeuropäischen kulinarischen Vielfalt zu präsentieren.

Gegenwärtige und zukünftig-geplante Aktivitäten
Heute ist Halloween und deshalb haben wir gestern in der Kommunität eine kleine Halloween-Feier für die Kinder vorbereitet, die jeden Tag zum Spielen vorbeikommen, denn heute sind alle Kinder beschäftigt Süßigkeiten sammeln zu gehen. Halloween ist das Fest der Kinder, neben einem anderen Tag der Kinder im April.
Des Weiteren bin ich mit Vorbereitungen für meine Reise nach Sucumbíos beschäftigt. Am Samstag reise ich für zwei Wochen nach Ecuador, um dort an einer Maristenschule ein bisschen Englisch zu unterrichten und im Dialog mit den Schülern bestimmte Themen vorzustellen und zu erarbeiten.

Sarah im Oktober 2017

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